Skip to main content

Ingolstadt Panorama

Im Ruhestand wirklich schuldenfrei wohnen – drei Tipps zur Umsetzung

Die eigenen vier Wände stehen bei den meisten Deutschen ganz oben auf der Wunschliste. Keine Mieterhöhungen, möglichst ein eigener Garten und im Ruhestand keine Mietzahlungen oder Hypotheken mehr – die Umsetzung muss allerdings gut geplant sein. Mit vierzig eine Immobilie kaufen und hoffen, dass schon ab und zu Geld für Sondertilgungen da ist, damit man mit 65 schuldenfrei wohnen im Ruhestand kann, birgt ein Risiko.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Darlehenslaufzeit auf Restlebensarbeitszeit abstimmen.
  • Eventuelle Sanierungsarbeiten noch vor Eintritt des Ruhestandes vornehmen.
  • Rücklagenbildung mit Bausparvertrag senkt die Sparrate.

Tipp 1: Darlehenslaufzeit auf Restlebensarbeitszeit abstellen

Bleiben wir bei dem Beispiel eines oder einer 40jährigen, die sich den Traum von der eigenen Immobilie erfüllt. Kaufpreis, Eigenmittel und ein monatlich frei verfügbares Einkommen lassen es zu, dass Zinsen und eine anfängliche Tilgung von zwei Prozent für ein Darlehen über 200.000 Euro bedient werden können.

Das Problem bei dieser Konstellation ist allerdings, dass bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr bei Renteneintritt mit 65 Jahren immer noch eine Restschuld von 61.000 Euro besteht –  aus der Traum vom schuldenfreien Wohnen.

Je niedriger der Zinssatz ausfällt, umso länger dauert die Tilgung. Um diesem finanzmathematischen Phänomen entgegenwirken zu können, gilt grundsätzlich: Je niedriger der Zins, desto höher sollte der Käufer die Tilgung wählen. In unserem Beispiel würde ein Tilgungssatz von 3 Prozent dazu führen, dass die Immobilie sogar schon mit 64. Lebensjahr des Käufers entschuldet wäre. Die Rate würde von 750 Euro auf Rate 917 Euro steigen. Dafür besteht absolute Sicherheit, was die rechtzeitige Entschuldung angeht.

Tipp 2: Renovierungen rechtzeitig vornehmen

Bei einer Immobilie handelt es sich um ein langlebiges Wirtschaftsgut. Das zeigt schon die Abschreibung über 50 Jahre. Dennoch kommt auch eine Immobilie einmal in die Jahre. Unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie handelt, die 25 Jahre vor Beginn des Renteneintrittsalters erworben wurde – 25 Jahre hinterlassen ihre Spuren.

Um zu vermeiden, dass die Finanzierung einer Sanierungsmaßnahme den Plan vom schuldenfreien Leben im Alter zu Nichte macht, ist es sinnvoll, mögliche Maßnahmen rechtzeitig vor Rentenbeginn in die Wege zu leiten. Die KfW unterstützt Immobilienbesitzer bei bestimmten Baumaßnahmen, beispielsweise bei energetischer Sanierung oder bei einem Umbau für altersgerechtes Wohnen.

Banken und Sparkassen bieten Immobilienbesitzer günstige Darlehen für wohnwirtschaftliche Verwendung ohne erneuten Eintrag einer Grundschuld an. Diese Option bietet sich an, wenn kleinere Summen finanziert werden sollen. Diese Darlehen werden bereits ab 1.500 Euro vergeben.

Sanierungsbedarf entsteht nicht, von Sturmschäden, die durch die Versicherung abgedeckt sind, von einem Tag auf den anderen. Er zeichnet sich langsam ab. Vor diesem Hintergrund sollten Hausbesitzer nicht bis zum letzten Tag warten, sondern bereits bei den ersten Anzeichen aktiv werden. Abgesehen davon, dass dies noch während der Lebensarbeitszeit geschieht, hat ein solches Vorgehen noch einen weiteren Vorteil.

Erste Anzeichen notwendiger Sanierungen lassen sich häufig kostengünstiger beheben, als eine später notwendige umfassende Baumaßnahme.

Tipp 3: Rücklagen bilden um schuldenfrei wohnen zu können

„Unverhofft kommt so oft“ – trotz aller Renovierungen und rechtzeitiger Tilgung vor Eintritt des Rentenalters lässt sich nie ganz ausschließen, dass doch noch unerwartete Ausgaben für das Zuhause anfallen. Eigentlich versteht es sich von selbst, für diese Fälle Rücklagen in der Hinterhand zu haben. Die Frage ist nur, auf welche Weise ein Immobilienbesitzer diese bilden soll.

Den Betrag von 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto anzusparen, ist relativ zeitaufwendig. Bei historisch niedrigen Zinsen kann man den Zinseszinseffekt getrost außer Acht lassen. Bei einer Sparrate von 100 Euro im Monat benötigt es acht Jahre und vier Monate, um den Zielbetrag zu erreichen.

Etwas anders verhält es sich mit einem Bausparvertrag. Hier bedarf es je nach Tarif nur 40 Prozent oder 50 Prozent des gewünschten Endkapitals. Entweder halbiert der Eigenheimbesitzer die Sparrate oder er hat sein Sparziel schneller erreicht. Die Differenz zwischen Ansparsumme und dem gewünschten Betrag, in unserem Beispiel 10.000 Euro, ergibt sich bei Bedarf dann durch ein zinsgünstiges Bauspardarlehen.

Fazit um im alter Schuldenfrei zu wohnen

Mit dem Erwerb einer eigenen Immobilie erfüllen sich viele Menschen einen auch emotional hochgradig angereicherten Traum. Eine solide, und vor allem langfristige Planung sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. Nur so ist sichergestellt, dass die in diesem Fall wesentliche Säule der privaten Altersversorgung, die schuldenfreie Immobilie, das finanzielle Konstrukt des Ruhestandes auch wirklich trägt.